Neuenhausen in Grevenbroich
Results: 9 records
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INFORMATION
Font ID: 26275OEP
Object Type: Baptismal Font1
Font Century and Period/Style: 12th century (?) [basin only], Romanesque [altered] [composite]
Cognate Fonts: the font at in Bürrig's Pfarrkirche
Church / Chapel Name: Katholische Pfarrkirche St. Cyriakus Neuenhausen
Font Location in Church: Inside, in the nave
Church Patron Saint(s): St. Cyriacus
Church Notes: the earlier church appeared as parochial in the "liber valoris" ca. round 1300; it was replaced by the present building in 1888
Church Address: Cyriakuspl. 6, 41517 Grevenbroich, Germany -- Tel.: +49 2181 2124120
Site Location: Rhein-Kreis Neuss, Nordrhein-Westfalen, Germany, Europe
Directions to Site: Located off the L361 and the B540, in the municipality and about 3 km S of Grevenbroich, about 20 km SW of Düsseldorf
Ecclesiastic Region: Bistum Köln
Additional Comments: altered font (base is modern replacement)
Font Notes:
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Baptismal font of the 12th century noted and illustrated in the entry for this church in the Katholische Kirche im Grevenbroich und Romerskirchen [https://www.kath-gv-roki.de/detail/Taufbecken-aus-dem-12.-Jahrhundert/] [accessed 5 April 2026]: "Neuenhausen:Taufbecken aus dem 12. Jahrhundert. Mitten in Neuenhausen steht ein echter Schatz: das Taufbecken von St. Cyriakus – der älteste christliche Kultgegenstand in Grevenbroich und Rommerskirchen. Über 800 Jahre alt, aus Namurer Blaustein gefertigt und mit geheimnisvollen Köpfen am Rand versehen, erzählt es von mittelalterlicher Kunst, tiefem Glauben und der Hoffnung, dass das Leben unter Gottes Schutz steht. Was bedeuten die sogenannten „Neidköpfe“? Warum wurde dieses Becken im 12. Jahrhundert in Namur gefertigt – und was sagt es uns heute über die Taufe und ein Leben mit Christus? Das Taufbecken in St. Cyriakus in Neuenhausen. Hier haben wir den ältesten christlichen Kultgegenstand in Grevenbroich und Rommerskirchen vor uns. Das Taufbecken stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde in Namur an der Maas in der heute belgischen Wallonie hergestellt. Namur war seinerzeit die Taufbecken-Metropole Europas und exportierte zahlreiche Exemplare ins Rheinland, die Niederlande, nach Nordfrankreich und sogar bis Nordfriesland. Im Kölner Raum und im Bergischen Land sind eine ganze Reihe seit über 800 Jahren in Gebrauch. Sie sind alle aus dem Namurer Blaustein gefertigt und haben als charakteristisches Merkmal vier Köpfe am Außenrand, die in die vier Himmelsrichtungen schauen. Sie werden als sogenannte Neidköpfe gedeutet, die der Dämonenabwehr dienen. Dahinter steckte die Vorstellung, dass die mächtigen Dämonen, die darauf aus sind, den Menschen zu schaden, eines nicht können: sich in die Augen sehen lassen oder mit ihrem eigenen Spiegelbild konfrontiert zu werden. Das Böse ist eine Scheinwirklichkeit und an seine Aggression nur nach außen tragen, erträgt sich selbst aber nicht, weil es keinen inneren Frieden hat. Durch die Köpfe soll der Täufling also vor dem Bösen geschützt werden, und das ist ja das, was ihm oder ihr in der Taufe zugesagt wird: Mit deinem Leben kann nichts mehr schief gehen. Du bist durch das Schlimmste längst durch: Der Apostel Paulus sagt im Römerbrief 6,4: „Wir wurden ja mit Jesus begraben durch die Taufe auf den Tod, damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, in der Wirklichkeit des neuen Lebens wandeln.“ Die Taufe ist die persönliche Bindung an Jesus, und das garantiert dem Leben ein positives Ziel. Damit können wir der rauen Wirklichkeit ins Gesicht schauen, denn sie hat keine Macht über uns. In Neuenhausen wird das anschaulich, wie entlastend die Taufe ist."
A communication to BSI from Pol Herman (e-mail of 2 April 2026) informs: "Neuenhausen : Taufbecken von St. Cyriakus. Meik Schirpenbach authorizes to use the pictures of the website. And he adds a picture of Bürrig, in which he was baptized.https://www.kath-gv-roki.de/detail/Meik-Peter-Schirpenbach-00003/
I join my documents on Bürrig. As you can read, in 1895, that font was used as flower pot in the garden of the vicar.
Van: meik-peter.schirpenbach@erzbistum-koeln.de <meik-peter.schirpenbach@erzbistum-koeln.de>
Verzonden: dinsdag 31 maart 2026 22:38
Aan: pol_herman@hotmail.be
Onderwerp: AW: Neuenhausen : Taufbecken von St. Cyriakus
Guten Abend Herr Herman,
herzlichen Dank Ihnen für Ihre ausführliche Nachricht. Ich habe das mit großem Interesse gelesen, da mich das Thema ebenfalls sehr interessiert.
Ich muss zugeben, dass mir viele der maasländischen Taufbecken in der Wallonie, in Limburg, im französischen Ardennendepartement, Laon und im Rheinland aus eigener Anschauung bekannt sind (durch Radtouren vor vielen Jahren). Ich bin deshalb bislang von einem einheitlichen Ursprung ausgegangen, da bestimmte Einzelmotive in allen unterschiedlichen Regionen immer wieder vorkommen, ohne dass man regionale Schwerpunkte erkennt. Die Ergebnisse von Ghislain leuchten ein, werfen aber auch Fragen auf:
Steinmetzarbeiten skulpturaler Art aus dem Aachener Raum aus romanischer Zeit sind mir bislang nicht bekannt, erst ab dem 15. Jahrhundert. Ich würde eine Aachener Produktion ausschließen.
Taufbecken, die in romanischer zeit im Rheinland selbst hergestellt wurden, sind sämtliche aus Trachyt gefertigt und folgen anderen Typen, z.b. dem sechseckigen mit außen stehenden Säulen, die an das Heilige Grab in Jerusalem erinnern (um 1200); die Exemplare in Blaustein hingegen folgen alle dem „Namurer“ Typ.
Der „Namurer“ Typ ist stärker nördlich von Köln verbreitet, sodass ein Transport auf dem Wasserweg über Maas und Rhein denkbar ist. Bis Köln fuhren die niederländischen Schiffe.
Zum Motiv der vier Köpfe: Die Deutung als die vier Paradiesströme ist absolut naheliegend, auch von der Liturgie her. In der Regel ist die romanische Symbolik aber vielschichtig und lässt mehrere Deutungsebenen zu, ähnlich der zeitgenössischen Bibelauslegung. Da sich auf mehreren „Namurer“ Taufbecken zwischen den Köpfen auch Bestien befinden, möchte ich einen apotropäischen Akzent nicht ausschließen, der ja ebenfalls in der Taufliturgie wichtig ist. Das aus Blaustein gefertigte Taufbecken in St. Maria Lyskirchen in Köln zeigt acht solcher Köpfe im maasländischen Typ; das Trachyttaufbecken in Blankenheim-Lommersdorf (Eifel) sechs. Hier scheint sich das Kopfmotiv von den Paradiesströmen gelöst zu haben.
Sie können die Bilder von unserer Webseite gerne verwenden.
Ich wurde übrigens selbst in einem „Namurer“ Taufbecken getauft, in St. Stephanus in Leverkusen-Bürrig nordöstlich von Köln. Auch dieses Exemplar ist weitgehend unbekannt. Ich hänge Ihnen ein Foto an.
Bitte entschuldigen Sie, dass ich auf Deutsch antworte. Ich bin zwar niederländischsprachig, aber im Schriftlichen nicht mehr gut.
Hartelijke groeten,
Meik Schirpenbach"
A communication to BSI from Pol Herman (e-mail of 2 April 2026) informs: "Neuenhausen : Taufbecken von St. Cyriakus. Meik Schirpenbach authorizes to use the pictures of the website. And he adds a picture of Bürrig, in which he was baptized.https://www.kath-gv-roki.de/detail/Meik-Peter-Schirpenbach-00003/
I join my documents on Bürrig. As you can read, in 1895, that font was used as flower pot in the garden of the vicar.
Van: meik-peter.schirpenbach@erzbistum-koeln.de <meik-peter.schirpenbach@erzbistum-koeln.de>
Verzonden: dinsdag 31 maart 2026 22:38
Aan: pol_herman@hotmail.be
Onderwerp: AW: Neuenhausen : Taufbecken von St. Cyriakus
Guten Abend Herr Herman,
herzlichen Dank Ihnen für Ihre ausführliche Nachricht. Ich habe das mit großem Interesse gelesen, da mich das Thema ebenfalls sehr interessiert.
Ich muss zugeben, dass mir viele der maasländischen Taufbecken in der Wallonie, in Limburg, im französischen Ardennendepartement, Laon und im Rheinland aus eigener Anschauung bekannt sind (durch Radtouren vor vielen Jahren). Ich bin deshalb bislang von einem einheitlichen Ursprung ausgegangen, da bestimmte Einzelmotive in allen unterschiedlichen Regionen immer wieder vorkommen, ohne dass man regionale Schwerpunkte erkennt. Die Ergebnisse von Ghislain leuchten ein, werfen aber auch Fragen auf:
Steinmetzarbeiten skulpturaler Art aus dem Aachener Raum aus romanischer Zeit sind mir bislang nicht bekannt, erst ab dem 15. Jahrhundert. Ich würde eine Aachener Produktion ausschließen.
Taufbecken, die in romanischer zeit im Rheinland selbst hergestellt wurden, sind sämtliche aus Trachyt gefertigt und folgen anderen Typen, z.b. dem sechseckigen mit außen stehenden Säulen, die an das Heilige Grab in Jerusalem erinnern (um 1200); die Exemplare in Blaustein hingegen folgen alle dem „Namurer“ Typ.
Der „Namurer“ Typ ist stärker nördlich von Köln verbreitet, sodass ein Transport auf dem Wasserweg über Maas und Rhein denkbar ist. Bis Köln fuhren die niederländischen Schiffe.
Zum Motiv der vier Köpfe: Die Deutung als die vier Paradiesströme ist absolut naheliegend, auch von der Liturgie her. In der Regel ist die romanische Symbolik aber vielschichtig und lässt mehrere Deutungsebenen zu, ähnlich der zeitgenössischen Bibelauslegung. Da sich auf mehreren „Namurer“ Taufbecken zwischen den Köpfen auch Bestien befinden, möchte ich einen apotropäischen Akzent nicht ausschließen, der ja ebenfalls in der Taufliturgie wichtig ist. Das aus Blaustein gefertigte Taufbecken in St. Maria Lyskirchen in Köln zeigt acht solcher Köpfe im maasländischen Typ; das Trachyttaufbecken in Blankenheim-Lommersdorf (Eifel) sechs. Hier scheint sich das Kopfmotiv von den Paradiesströmen gelöst zu haben.
Sie können die Bilder von unserer Webseite gerne verwenden.
Ich wurde übrigens selbst in einem „Namurer“ Taufbecken getauft, in St. Stephanus in Leverkusen-Bürrig nordöstlich von Köln. Auch dieses Exemplar ist weitgehend unbekannt. Ich hänge Ihnen ein Foto an.
Bitte entschuldigen Sie, dass ich auf Deutsch antworte. Ich bin zwar niederländischsprachig, aber im Schriftlichen nicht mehr gut.
Hartelijke groeten,
Meik Schirpenbach"
Credit and Acknowledgements: We are grateful to Dr. Pfr. Meik Schirpenbach for his photographs of this font and to Pol Herman for his help documenting it
COORDINATES
UTM: 32U 331091 5660436
Latitude & Longitude (Decimal): 51.070552, 6.589036
Latitude & Longitude (DMS): 51° 4′ 13.99″ N, 6° 35′ 20.53″ E
MEDIUM AND MEASUREMENTS
Material: stone, limestone (Namur bluestone)
Font Shape: hemispheric (mounted)
Basin Interior Shape: round
Basin Exterior Shape: round